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Feynman-Methode für effizientes Lernen

Sicher kennst du das Phänomen. Du beschäftigst dich sehr lange und intensiv mit einem Thema und hast den Eindruck, das Thema verstanden zu haben. Anschließend bittet dich ein Schul- oder Studienkollege um Hilfe und dir fällt auf, dass du das Thema nicht richtig und vollständig erklären kannst. Spätestens in einer Klausur oder Prüfung merkst du dann, dass du den Lernstoff doch nicht verstanden, sondern nur auswendig gelernt hast.

Genau an dieser Problematik knüpft die Feynman-Methode für effizienteres Lernen an und zeigt dir, wie du bis zu vier mal schneller Dinge vollumfänglich verstehst.

Probier’s einfach aus und berichte uns deine Erfahrungen!

Die zwei Arten von Wissen

Um die Feynman-Methode zu begründen, müssen wir zunächste das Wissen in zwei verschiedene Arten differenzieren.

Auf der einen Seite gibt es das oberflächliche Wissen. Das ist genau das Wissen, was wir meistens in den Klausuren und Prüfungen haben, uns jedoch auch genau mit dem obigen Problem konfrontiert. Es besteht nur aus Fachbegriffen und mehr oder weniger auswendig gelernter Theorie – wir beherrschen also nur das Fachchinesich.

Auf der anderen Seite und der Seite des Erfolgs steht das tiefgründige Wissen und genaues Verständnis eines Themas. Haben wir neben den Fachbegriffen auch diese Art von Wissen erlangt, so haben wir das Thema vollständig durchdrungen und sind bspw. in der Lage Transferaufgaben zu beantworten. Wir können also über den Tellerrand schauen und Verallgemeinerungen anstellen, die wir auf andere oder ähnliche Probleme übertragen.

Die Feynman-Methode hilft dir, genau diese zweite Art des Wissens zu erlangen und Themen auf eine neue Art vollständig zu verstehen.

Die Feynman-Methode in 4 Schritten

Die Feynman-Methode bestehen aus vier rekursiven Schritten. Das bedeutet, dass die Schritte wie in einem Kreislauf ineinander übergehen und der letzte Schritt an den Ersten anknüpft. Der Kreis wird abgebrochen bzw. beendet, sobald das Thema komplett erklärt und verstanden worden ist.

Schnapp’ dir dazu einfach einen Gesprächspartner, der im besten Fall völliger Neuling auf deinem Themengebieet ist. Solltest du keinen Partner zur Hand haben, kannst du dafür auch deine Katze, ein anderes Haustier oder einen beliebigen Gegenstand suchen.

In diesem Schritt erklärst du deinem Partner dein komplettes Thema von Anfang bis Ende. Verwende hierzu keine Fachbegriffe und versuche das Thema in möglichst kleinen Schritten und einfachen Worten darzustellen. Dein Zuhörer, der sich in deinem Thema nicht auskennt, wird dir sonst nicht folgen können.

Durch das Erklären des ersten Schrittes wirst du sehr schnell merken, wie weit dein aktueller Wissensstand reicht. Notiere dir anschließend sämtliche Lücken, also Dinge, die du nicht erklären konntest und verwendete Fachbegriffe.Daduch siehst du, welche Aspekte du noch einmal nachschlagen solltest und welche Fachbegriffe du noch nicht soweit verstanden hast, dass du sie in einfachen Worten wiedergeben kannst.

Nun beginnst du deine Recherche und schlägst alle Punkte, die du dir in Schritt 2 notiert hast, nach und versuchst sie zu verstehen. Wir schließen damit die Lücken, die tatsächlich noch existieren und lernen nicht nocheinmal alles oben drauf. Durch dieses punktuelle Lernen von nicht verstandenen Dingen sparst du sehr viel Zeit und erlangst leichter das tiefgreifende Wissen und Verständnis.

Nun beginnst du wieder von Vorne und erklärst deinem Partner das Thema von Anfang bis Ende. Du wirst merken, dass du die Punkte, an denen du zu Beginn der Runde ausgestiegen bist, mühelos erklären kannst und damit verstanden hast.Runde für Runde werden deine Wissenslücken geschlossen und du wirst ein tieferes Verständnis in deinem Thema aufbauen.

Diesen Kreislauf wiederholt man solange, bis das Thema vollständig und ohne Lücken erklärt werden kann. Erst dann hast du neben dem oberflächlichen Wissen auch das Tiefgründige erlangt.

Die Wirkung der Feynman Methode

Durch das Anwenden der Feynman-Methode baust du in jeder Runde ein Netz an Informationen auf, auf das du später wieder zurückgreifen kannst. Dadurch wird vermieden, dass du das Thema nur auswendig lernst und du wirst vor dem typischen “Bulimielernen” bewahrt.Mit Feynman erreichst du tatsächliches Verstehen und echtes Durchdringen eines Themas.

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